DIY Gemüsebrühpulver / gekörnte Brühe selber machen (von Na)

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Wer kennt es nicht: man kocht und schält und macht und tut und am Ende schmeckt es trotzdem irgendwie langweilig. Es fehlt Geschmack und das dynamische Duo Salz und Pfeffer erfüllen den Job nicht ausreichend. So kommt oft dann Gemüsebrühe zum Einsatz … also nicht schick und fein, wie in den Kochsendungen ein flüssiger Fond, sondern die das gute alte Pulver. Mit Geschmacksverstärkern, ob chemisch oder natürlich und der Garantie, dass das meiste sofort „rund“ schmeckt. Nach den ganzen E-Nummer und Geschmacksverstärker Skandalen ist man dann öfters mal auf Bio gekörnte Brühe umgestiegen. Letztendlich hat es mich trotzdem immer irgendwie gestört.
Als ich dann meine Kleine bekam und es irgendwann in Richtung feste Nahrung und dem Mitessen vom Familientisch ging, störte mich das Thema und ich machte mich auf die Suche nach alternativen.
Ich brauchte gar keine, denn recht schnell fand ich heraus, dass man das Ganze auch selber herstellen kann. Ich war begeistert und es klappte recht gut, so dass ich am Ende sogar ganze Gläser mit selbstgemachtem Brühpulver an meine Familie zu Weihnachten verschenkte. Das schöne ist, dass wirklich nur das drin ist, was man selber hinein gibt. Gemüse, Salz, Pfeffer, Kräuter, Ende!

Das schöne ist, dass man selber die Geschmacksrichtung bestimmen kann.
Und wenn man grade bei recht kleinen Kindern mit dem Salz reduziert arbeiten möchte, kann man die Menge verringern oder auch komplett weglassen. Bei mir ist mein Glas Gemüsebrühe wirklich ein essentieller Küchenbestandteil geworden. Und ich habe nie ein schlechtes Gewissen oder ein dummes Gefühl, dieses Pulver zu meinen Gerichten zu geben, weil dies eben wirklich alles natürlich ist und wenn man die Zutaten in entsprechender Qualität nimmt die Brühe sogar Bio sein kann. Grade bei schnellen Gerichten, bei denen man keine Zeit hat, alles Stundenlang einzukochen, damit sich ein toller Geschmack entwickelt, hilft so ein Pülverchen schon ungemein.

Die Herstellung ist einfach aber etwas Zeitaufwendig. Dafür hat man dann aber auch ein halbes Jahr ruhe (oder je nachdem, welche Mengen man zubereitet)

Was man braucht:
Grundrezept:
4x Suppengemüse (die Klassiker Karotte, Sellerie, Lauch, evtl. Pastinake und /oder Petersilienwurzel)
1 EL Pfefferkörner1,5 EL (grobes) Meersalz (Meersalz ist nicht so intensiv salzig, wie normales Salz)
3 Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch

Bei meiner Version kommt folgendes dazu:
ein halbes Bund Petersilie
2 Lorbeerblätter
und bei mir unentbehrlich: 1 Päckchen Liebstöckel (aka Maggikraut) (dieses kaufe ich im Supermarkt, als getrocknetes Gewürz, weil meine Anbauversuche bis jetzt nicht von andauerndem Erfolg gekrönt waren)

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Das Wurzelgemüse wird geraspelt oder sehr klein geschnitten. Dies kann auch der groben Seite der Vierkantreibe geschehen, in einem leistungsstarken Mixer oder einer Küchenmaschine. Hauptsache es ist alles klein. Ich schäle hier übrigens nicht, es wird alles nur gründlich gewaschen, evtl. muss man bei Sellerie doch etwas am Wurzelansatz abschälen, je nachdem, wie erdig dieser ist. In den Schalen steckt viel Geschmack.

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Der Lauch, die Zwiebeln und der Knoblauch werden fein kleingeschnitten.
Bei meiner Version wird noch die Petersilie gehackt.

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Danach lege ich meine Backbleche mit Backpapier aus und verteile das Gemüse und die Kräuter in einer nicht zu dicken Schicht darauf.

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Der Backofen wird auf etwa 80 Grad  Umluft eingestellt und die Bleche wandern in den Ofen. Hat man einen Ofen, der sich mit geöffneter Tür betreiben lässt klemmt man einen Holzlöffel in die Tür. So kann der Wasserdampf besser abziehen. Ich hebe letztes Jahr einen neuen Ofen bekommen und dieser verweigert, dank Sensoren den Betrieb bei geöffneter Tür. Es geht aber auch ohne, dauert nur ein bisschen länger.

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Nun werden Gemüse und Kräuter bei der niedrigen Temperatur getrocknet. Dies kann mehrere Stunden dauern. Zwischendurch immer mal wieder den Ofen öffnen und das Gemüse wenden, damit alles gleichmäßig trocknen kann. Hier gilt auf jeden Fall weniger ist mehr in Sachen Temperatur, denn sonst war die Mühe umsonst und alles verbrennt.
Ist das Gemüse durch und durch getrocknet schalte ich den Ofen ab und lasse die Bleche eine Nacht im geschlossenen Ofen auskühlen.

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Danach kommt das getrocknete Gemüse in einen Mixer zusammen mit dem Meersalz und den Pfefferkörnern. (beimeiner Version kommen noch Lorbeerblätter und Liebstöckel mit dazu)

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Alles wird so lange gemixt, bis alles fein genug ist. Und fertig ist die selbstgemachte „Pulver Brühe“

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Rückstandslos, wie die Industrie Variante, wird sich diese Brühe nicht auflösen, so dass es nichts für klare Suppen ist, die auch klar bleiben sollen. Ansonsten sind den Verwendungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt.

 

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