„Was wäre wenn?“ (von Ja)

Es gibt so Tage. Tage an denen ich schon mit diesem leicht genervten Gefühl aufwache und an dem einfach nichts funktionieren will. Tage an denen es mich fürchterlich aufregt mit dem Trödelkönig verheiratet zu sein und an dem die Prinzessin mich mit nur ganz wenig Energie zum totalen Ausrasten bewegen kann. An diesen Tagen ertappe ich mich oft dabei, dass „Was wäre wenn“-Spiel zu spielen.

An diesen Tagen denke ich darüber nach was wohl passiert wäre, wäre unser Leben an der ein oder anderen Stelle anders gelaufen. Was wäre passiert, wenn unser erstes Kind gesund gewesen wäre? Wenn sich die Schädeldecke geschlossen hätte und wir nicht diese fürchterliche Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft hätten treffen müssen? Dann hätte ich sicherlich nicht gekündigt und hätte noch den Job, den ich so geliebt habe. Ich hätte während der Schwangerschaft nicht alleine in einer fremden Stadt gesessen und wäre einsam gewesen. Vielleicht wären wir dann entspannter als Eltern und ich wäre nicht so eine Glucke. Vielleicht wäre ich ausgeglichener und unsere Beziehung harmonischer. Vielleicht, vielleicht, vielleicht…

An solchen Tagen ist es so einfach so zu denken. Aber die Wahrheit ist ja die. Vielleicht wären wir auch jetzt nicht mehr zusammen weil uns die Erfahrung mit unserem ersten Kind so zusammengeschweißt hat. Vielleicht wäre das Kind was wir bekommen hätten ja doch nicht gesund gewesen. Vielleicht hätte ich meinen Job am Ende doch kündigen müssen. Man kann das „Was wäre wenn“-Spiel nämlich auch in die andere Richtung spielen.

Wenn ich dann abends im Bett liege, neben meiner schlafenden Herde denke ich daran was wir alles haben. Wir haben uns, wir haben die gesunde fröhliche und einfach perfekte Prinzessin. Wir haben viele Punkte an denen wir arbeiten müssen aber eben auch können. Vor uns liegt noch ein ganzes Leben mit vielen Auf’s und Ab’s. Da bleibt eigentlich keine Zeit um über „Was wäre wenn’s“ nachzudenken.

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